Zum Inhalt springen

„Stark in Gesundheitskompetenz“ – unser Pilotprojekt jetzt in Fachzeitschrift publiziert

Wir freuen uns, dass unser Projekt „Stark in Gesundheitskompetenz“ soeben in der Fachzeitschrift Prävention und Gesundheitsförderung (Springer) publiziert wurde. Mit diesem Beitrag liegt erstmals eine wissenschaftliche Beschreibung eines in Österreich so umgesetzten, schul- und gemeindebasierten Präventionskonzepts zur Förderung der Gesundheitskompetenz Jugendlicher vor.

Warum Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen?

Fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung weist laut dem Health Literacy Survey 2019–2021 eine unzureichende Gesundheitskompetenz auf. Besondere Defizite zeigen sich bei der kritischen Bewertung von Gesundheitsinformationen, der digitalen Gesundheitskompetenz und der Orientierung im Gesundheitssystem. Bei Jugendlichen kommt hinzu, dass sie in einer Lebensphase stehen, in der zentrale Kompetenzen wie Selbststeuerung und kritisches Denken ausgebildet werden – und in der sie zugleich stärker denn je digitalen Informationsangeboten ausgesetzt sind.

Hier setzt „Stark in Gesundheitskompetenz“ an: Die Intervention richtet sich an Jugendliche von 14 bis 19 Jahren und wurde zwischen 2023 und 2025 mit rund 300 Schüler:innen aus 15 Schulklassen in Tirol erprobt.

Drei Säulen – ein Konzept

Das Interventionskonzept verbindet drei komplementäre Säulen zu einem lernlogisch aufgebauten Modell:

Das Drei-Säulen-Modell im Überblick

Von grundlegendem Gesundheitswissen über den reflektierten Umgang mit digitalen Informationen bis zur aktiven Navigation im Versorgungssystem: Die Struktur folgt dem Verständnis von Gesundheitskompetenz als mehrdimensionale Fähigkeit, die Wissen, Reflexion und konkretes Handeln verbindet.

Was die Umsetzung zeigt

Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass interaktive und gamifizierte Ansätze das Interesse und die aktive Auseinandersetzung mit Gesundheits- und Sozialangeboten wirksam fördern. Die Nebolus-Rallye, bei der Jugendliche lokale Beratungsstellen und Einrichtungen im Sozialraum eigenständig erkunden, wurde als besonders motivierend erlebt. Gleichzeitig wurden Herausforderungen in der strukturellen Verankerung und der Ressourcenverfügbarkeit sichtbar – Erkenntnisse, die im Sinne des zugrundeliegenden Design-based-research-Ansatzes direkt in die Weiterentwicklung einfließen.

Über den schulischen Kontext hinaus wurde das Konzept mittlerweile auch auf außerschulische Lebenswelten Jugendlicher ausgeweitet, etwa auf Angebote im Rahmen von AusbildungsFit.

Zur Publikation

Dank an alle Beteiligten

Ein herzlicher Dank gilt allen Autor:innen – Simone Davidsen, Gilles Bernard, Kurt Martini, Demian Frank, Mareike Brockmann, Kevin Dadaczynski und Eva-Maria Jabinger –, die zur Konzeption, Umsetzung und Publikation dieses Projekts beigetragen haben.

Besonderer Dank gebührt unseren Kooperationspartnern PROGES für die Zurverfügungstellung der „Lebensdauer-Lotterie“, dem Projektteam von Nebolus sowie dem Land Tirol für die Unterstützung.