Wege aus dem Fass ohne Boden – ein Tag zum Nachdenken und Weiterdenken
Am 7. Mai 2026 war die fh gesundheit Tirol Schauplatz eines außergewöhnlichen Fachtags: Das 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen brachte Expert:innen, Studierende, Alumni, Lehrende und Interessierte aus dem Gesundheitswesen und angrenzenden Bereichen zusammen – für einen Tag voller Impulse, Begegnungen und konkreter Auseinandersetzung mit der Praxis des Qualitätsmanagements. Besonders hervorzuheben: Das Symposium wurde erstmals als Green Event Tirol an der fh gesundheit durchgeführt – ein Zeichen dafür, dass Qualität im Gesundheitswesen auch ökologische Verantwortung einschließt.














Unter dem Leitthema „Wege aus dem Fass ohne Boden: Qualitätsmanagement zwischen Anspruch und Alltag“ stand die ehrliche Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich Qualität in der Gesundheitsversorgung wirksam, nachhaltig und realitätsnah gestalten – trotz begrenzter Ressourcen, hoher Erwartungen und wachsender Komplexität?
Keynote: Quo Vadis – wohin geht die Reise?
Den inhaltlichen Auftakt setzte ao. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann (Gesundheit Österreich GmbH) mit einer ebenso nüchternen wie notwendigen Bestandsaufnahme. Österreich verfüge über ein hochentwickeltes Gesundheitssystem – und doch führe ein hoher Ressourceneinsatz bei mittelmäßigen Outcomes zu drängenden systemischen Fragen. Als maßgebliche Zukunftstreiber identifizierte Ostermann die drei Dimensionen Demographie, Finanzierung und Gesundheitspersonal. Ergänzt um Trends wie die Ambulantisierung der Medizin, fortschreitende Zentralisierung und Spezialisierung sowie die Digitalisierung der Versorgung, skizzierte er den Gestaltungsraum für künftige Reformbestrebungen – und gab damit die Richtung für den gesamten Tag vor.
Impulsvorträge, Poster und Workshops
Fünf weitere Impulsvorträge beleuchteten das Leitthema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: von Strategien als Handlungsleitfaden im QM (Karin Eglau, GÖG) über die Frage, was Teams für wirksame Qualitätsentwicklung brauchen (Christine Hintermayer & Thomas Adler, Team Weitblick), bis hin zu den Neuerungen der ISO 7101 (Marica Pfeffer-Larsson, Quality Austria), Business Continuity Management an den tirol kliniken sowie einer kritischen Reflexion über Digitalisierung als aktive Gestaltungsaufgabe in der Versorgung (Bernhard Pfeifer, Landesinstitut für integrierte Versorgung Tirol).
Zehn Posterpräsentationen – von digitaler Transformation in der Physiotherapie über Medikationssicherheit und Lean Clinical Management bis hin zu Second-Victim-Erfahrungen in der Ausbildung – boten einen eindrucksvollen Querschnitt aktueller Forschung und Praxisprojekte.
Vier Workshops luden am Nachmittag zur vertiefenden Auseinandersetzung ein: das Global Trigger Tool (GTT) zur systematischen Ereignissuche, eine interaktive Qualitäts-Rallye, EFQM-Transfer in die Praxis sowie KI-gestützte Effizienzstrategien mit Microsoft 365 Copilot.
Alle Abstracts und Präsentationen stehen auf der TiQG-Website zum Nachlesen bereit.
Ein herzliches Dankeschön
Ein Symposium dieser Art entsteht durch viele Hände und Köpfe. Unser aufrichtiger Dank gilt allen Referent:innen und Workshop-Leiter:innen für ihre wertvollen Beiträge, allen Posterautor:innen für ihre Forschungs- und Praxiseinblicke, allen Teilnehmenden für ihre Neugier, ihr Engagement und die lebendigen Gespräche – und nicht zuletzt allen helfenden Händen im Hintergrund, die einen reibungslosen Ablauf möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt tmc-consulting für die Unterstützung der Posterschau.
Auf Wiedersehen – 2028
Das 3. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen ist bereits in Planung. Wir freuen uns darauf, 2028 erneut gemeinsam innezuhalten, zu diskutieren und weiterzudenken. Bleibt neugierig – und bleibt dabei.