Ingrid Schranz, BSc MBA, ist Biomedizinische Analytikerin und Bereichsleiterin der Klinischen Chemie am Zentralinstitut für medizinische und chemische Labordiagnostik der Tirol Kliniken Innsbruck. Sie absolvierte den MBA im Gesundheitsmanagement an der fh gesundheit (Innsbruck). Ihre Forschungsinteressen umfassen die Weiterentwicklung von Gesundheitssystemen, Versorgungszugang sowie geschlechtsbezogene Aspekte der medizinischen Versorgung – mit besonderem Fokus auf Barrieren der Gesundheitsversorgung älterer Frauen im ländlichen Raum.
Posterpräsentation auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026
Die qualitative Studie untersucht Barrieren und Bedarfe im Zugang zur Gesundheitsversorgung von Frauen ab 66 Jahren im ländlichen Tirol. Auf Basis von zwölf leitfadengestützten Einzelinterviews (Erhebungszeitraum September–Oktober 2025), ausgewertet mittels fokussierter Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024), zeigt sich, dass der Versorgungszugang im Zusammenspiel struktureller Bedingungen (Mobilität, Verfügbarkeit), biografischer Prägungen (Lebensverlauf, Care-Arbeit) und geschlechtsbezogener Erfahrungen entsteht.
. Als zentrale Barrieren wurden Fachärzt:innenmangel, lange Wartezeiten, Mobilitätseinschränkungen, Informationsprobleme und digitale Hürden identifiziert. Diese verstärken sich gegenseitig und verdichten sich besonders in entlegeneren Gebieten. Insbesondere wurden in dieser Studie auch implizite Ungleichheiten und das Erleben des „Nicht-ernst-genommen-Werdens“ sichtbar.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass eine bedarfsgerechte Versorgung älterer Frauen im ländlichen Raum integriert, geschlechtersensibel und lebensweltorientiert gestaltet werden muss.