Bernhard Pfeifer ist Universitätsprofessor an der UMIT TIROL, Leiter der Abteilung Gesundheitsvernetzung und Telemedizin sowie Stellvertretender Institutsvorstand am Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol. Als Experte an der Schnittstelle von Medizininformatik, eHealth und integrierter Versorgung verbindet er wissenschaftliche Exzellenz mit ausgeprägter Umsetzungskompetenz in der Transformation komplexer Gesundheitssysteme.
Pfeifer studierte Informatik an der Johannes Kepler Universität Linz, promovierte in Medizininformatik und habilitierte sich 2009 in Angewandter Informatik – beides an der UMIT TIROL. Nach Stationen in der Medizintechnikindustrie (St. Jude Austria, Sorin Group Austria) und als Chief Scientific Officer der Neucomed GmbH kehrte er 2019 in die Wissenschaft zurück. Seit 2021 vereint er Forschung, Lehre und gesundheitspolitische Steuerungsaufgaben in Personalunion; seit 2024 ist er zusätzlich Geschäftsführender Gesellschafter der HNP DataTech Consulting GmbH.
Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen modulare Telemedizin, klinische Informationssysteme, Data Science sowie prädiktive Modellierung und KI im Gesundheitswesen. Er wirkte federführend an der eHealth-Strategie des Landes Tirol und an Data-Governance-Strukturen für die Tirol Kliniken GmbH mit und vertritt Tirol als stellvertretender Delegierter in der Themengruppe eHealth der österreichischen Zielsteuerung Gesundheit.
Wissenschaftlich ist Pfeifer mit über 150 Publikationen, einem h-Index von 21 und mehr als 1.472 Zitationen international sichtbar. Eingeworbene Drittmittel aus EU Horizon, FFG und TWF übersteigen 700.000 Euro. In der Lehre betreute er über 30 Bachelorarbeiten, mehr als 20 Masterarbeiten und fünf Dissertationen.
Impulsvortrag auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026
Digitalisierung wird häufig missverstanden, und zwar als bloße Übertragung bestehender analoger Prozesse in digitale Formate. Doch echte Transformation entsteht nicht durch 1:1-Digitalisierung, sondern durch ein grundlegendes Neuüberdenken von Abläufen, Rollen und Entscheidungslogiken. Es wird diskutiert, warum digitale Technologien erst dann Wirkung entfalten, wenn Prozesse konsequent vom Ergebnis her gedacht und neu gestaltet werden.
Anhand von Beispielen wird verdeutlicht, wie durch strukturierte Datenerfassung, Automatisierung, intelligente Vernetzung und Echtzeitinformationen echte Mehrwerte entstehen: geringerer Aufwand, höhere Qualität und bessere Versorgungsergebnisse. Im Fokus steht dabei der Übergang von isolierten digitalen Lösungen hin zu integrierten, wirkungsorientierten Systemen. Digitalisierung ist kein IT-Projekt, sondern ein strategischer Hebel zur Neugestaltung von Versorgung, mit Daten als Sensor und digitalen Prozessen als aktiven Treibern von Veränderung