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Studie zur Frauengesundheit in Tirol: Zielsetzung, Vorgehen und wichtige Ergebnisse

Im Auftrag des Landes Tirol wurde 2024 eine umfassende Studie zur Frauengesundheit durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen und auf der Homepage des Landes Tirol veröffentlicht wurden. Ziel der Studie war es, die spezifischen gesundheitlichen Herausforderungen und Bedürfnisse von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen zu erfassen, um daraus konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Gesundheitsversorgung und -vorsorge für Frauen abzuleiten.

Unser Beitrag im Forschungskonsortium

Die Untersuchung wurde von einem Konsortium Tiroler Bildungs- und Forschungseinrichtungen durchgeführt, bestehend aus fh gesundheit, MCI und UMIT TIROL. Unser Institut war speziell für den qualitativen Teil der Studie verantwortlich. Wir führten vertiefende Interviews durch, um persönliche Erfahrungen von Frauen hinsichtlich Gesundheitsversorgung, Prävention, sowie frauenspezifischer Angebote zu erheben und zu analysieren.

Methodisches Vorgehen

Die Studie verwendete sowohl quantitative als auch qualitative Methoden:

  • Quantitative Erhebung: Rund 500 Frauen verschiedener Altersgruppen (14–18 Jahre, 19–45 Jahre, 46–60 Jahre, 61 Jahre und älter) nahmen an einer Online-Fragebogenstudie teil. Dabei wurden Aspekte wie allgemeine und psychische Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Gewaltprävention erfasst.
  • Qualitative Interviewstudie: Unsere Interviews ergänzten die quantitativen Daten, indem sie tiefere Einblicke in individuelle Erfahrungen und Perspektiven boten. Wir untersuchten insbesondere persönliche Erfahrungen, Gesundheitsverhalten und Einschätzungen zu Gesundheitsförderung, Zugang zu Gesundheitsleistungen in der Region und Versorgungsstrukturen.

Wichtige Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass psychische Belastungen durch Mehrfachbelastungen im Alltag, empfundene Ungleichbehandlungen sowie Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zentrale Themen sind, die Frauen in Tirol beschäftigen. Zudem wurde deutlich, dass spezifische Gesundheitsangebote und Informationen alters- und zielgruppengerecht gestaltet werden müssen, um Frauen in verschiedenen Lebensphasen effektiv zu erreichen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der qualitativen Interviews war die Erkenntnis, dass Frauen oftmals Schwierigkeiten bei der Suche nach spezialisierten Anlaufstellen und bei der Bewältigung gesundheitlicher Herausforderungen erfahren. Die Studie unterstreicht somit die Notwendigkeit eines niederschwelligen Zugangs zu frauenspezifischen Gesundheitsdienstleistungen.

Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Basis für die Frauengesundheitsstrategie, um die Gesundheit und Lebensqualität von Frauen in Tirol nachhaltig zu verbessern.