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P2 Führung von immer mehr Köpfen: Führung in der Pflege –  Umgang mit den Herausforderungen durch wachsende Teilzeitstrukturen

Nach ihrem Studium der Pflegewissenschaften (BScN) spezialisierte sich Magdalena Kiechler als akademische Expertin in der Intensivpflege und ist seither auf der Transplantationschirurgischen Intensivstation der Tirol Kliniken tätig. Im Rahmen des MBA-Studiums fokussierte sie sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf die Führung von teilzeitgeprägten Pflegeteams. Neben ihrem Beruf engagiert sich die Tiroler Bergwanderführerin in Ausbildung leidenschaftlich im Bergsport und im kulturellen Bereich.

Posterpräsentation auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026

Einleitung: Die zunehmende Teilzeitarbeitsquote im Pflegesektor stellt Führungskräfte vor Herausforderungen. Insbesondere in der intramuralen Pflege mit 24/7-Betrieb und sich rasch ändernden Arbeitsabläufen entstehen erhöhte Anforderungen an die Führungskräfte.
Zielsetzung: Das Ziel ist die Identifikation von Maßnahmen, die Führungskräfte im Umgang mit teilzeitgeprägten Pflegeteams anwenden, um den Herausforderungen der Teilzeitarbeit gerecht zu werden und den Führungsauftrag zu erfüllen.

Methode: Die empirische Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign, wobei zehn Führungskräfte aus Tiroler Krankenhäusern mittels Leitfadeninterviews befragt und die Daten anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.

Ergebnisse: Die Führungskräfte begegnen den Herausforderungen von Teilzeitstrukturen mit einem wertebasierten, transformationalen und situativen Führungsansatz. Die Dienstplangestaltung erfolgt flexibel und individuell. Informationsdefizite werden anhand einer mehrkanaligen Kommunikationsstrategie und dem Prinzip der geteilten Verantwortung ausgeglichen. Die soziale und fachliche Integration wird durch ein strukturiertes Onboarding, mit temporär erhöhtem Beschäftigungsausmaß, und ein gezieltes Teambuilding sichergestellt. Zudem wird die Pflegequalität durch die Schaffung klarer Strukturen und die Möglichkeit der Wissenserweiterung sichergestellt, sowie die Chancengleichheit durch eine faire Personalentwicklung gewährleistet. Diese Maßnahmen und deren Zusammenhänge werden in einem ganzheitlichen Führungsmodell veranschaulicht.

Diskussion: Der Umgang mit Teilzeitstrukturen ist ein situativer Balanceakt zwischen Flexibilität und Struktur. Führungskräfte können den Trend zur Teilzeit als Chance für eine höhere Zufriedenheit und Bindung nutzen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Organisationen die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.