Karina Rauter, BScN, MSc, ist im Qualitäts- und Risikomanagement am Bezirkskrankenhaus Schwaz tätig und vereint in ihrer Arbeit langjährige klinische Erfahrung mit fundierter Managementkompetenz. Ihre berufliche Laufbahn wurzelt in der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege, die sie durch eine Sonderausbildung in der OP-Pflege sowie eine Weiterbildung im Wundmanagement vertiefte. Das Bachelor-Studium der Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Pflegepädagogik (BScN) erweiterte ihre Expertise um eine pädagogische Dimension, bevor sie den Masterstudiengang Qualitäts- und Prozessmanagement im Gesundheitswesen (MSc) abschloss. Heute liegt ihr fachlicher Schwerpunkt auf Prozessanalyse und -optimierung, Qualitäts- und Risikomanagement, Beschwerdemanagement sowie der Mitarbeit und Leitung von Projekten im Gesundheitswesen. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Organisationsentwicklung und in der Schulung und Begleitung von Mitarbeitenden.
Posterpräsentation auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026
Gesundheitseinrichtungen stehen zunehmend vor der Herausforderung, eine hohe Versorgungsqualität bei gleichzeitig begrenzten personellen und zeitlichen Ressourcen sicherzustellen. Ansätze zur Prozessoptimierung bieten hierfür wichtige Orientierung, zeigen in der praktischen Umsetzung jedoch oft unterschiedliche Ergebnisse.
Ziel dieser Arbeit war es daher, retrospektiv zu analysieren, welche Faktoren sich aus der Anwendung von Methoden des Lean Clinical Management in Gesundheitseinrichtungen ableiten lassen und inwiefern diese zukünftige Umsetzungen unterstützen können.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden leitfadengestützte Experteninterviews (n=10) mit Personen aus strategischen und operativen Funktionen durchgeführt. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Rolle der Führung, die Einbindung der Mitarbeitenden sowie erste sichtbare Veränderungen im Arbeitsalltag eine zentrale Bedeutung für den Verlauf von Umsetzungsprozessen haben. Gleichzeitig wurden zeitliche Ressourcen, zusätzliche Belastungen sowie Vorbehalte gegenüber Begrifflichkeiten (Wording) als erschwerende Faktoren beschrieben.
Insgesamt wird deutlich, dass strukturierte Verbesserungsansätze vor allem dann wirksam werden, wenn sie in bestehende Abläufe integriert und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die Arbeit liefert damit praxisnahe Hinweise für die Gestaltung zukünftiger Umsetzungsprozesse im Gesundheitswesen.