Anita Tadic, BScN MBA, hat seit 1. Jänner 2025 die Pflegedienstleitung vom SeneCura Sozialzentrum Eben übernommen. Im Rahmen des Studienlehrgangs Master of Business Administration im Gesundheitswesen hat sie sich mit der Frage befasst, unter welchen Bedingungen Empowering Leadership in der stationären Langzeitpflege in Österreich gelingen kann. Die Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelte sich aus persönlichem beruflichem Interesse an modernen Führungsansätzen sowie aus der Überzeugung, dass Führung eine zentrale Rolle für die Qualität der Pflege und die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen spielt. Die intensive Beschäftigung mit Empowering Leadership, den Herausforderungen der Führungsarbeit im Pflegebereich und den Erfahrungen der Interviewpartner:innen haben ihren Blick auf Führung und Organisationsentwicklung nachhaltig geprägt.
Posterpräsentation auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026
Hintergrund: Der anhaltende Personalmangel, die steigenden Qualitätsanforderungen und die hohe Komplexität der pflegerischen Versorgungen stellen Führungskräfte in der stationären Langzeitpflege vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt Empowering Leadership als moderner Führungsansatz zunehmend an Bedeutung, da es Mitarbeiter:innen stärkt, Selbstwirksamkeit fördert und partizipative Entscheidungsstrukturen unterstützt. Dennoch ist wenig darüber bekannt, wie dieser Führungsstil im österreichischen Pflegekontext tatsächlich umgesetzt wird.
Ziel: Ziel der Studie ist die Analyse fördernder und hemmender Faktoren bei der Umsetzung von Empowering Leadership aus Sicht von Führungskräften in frühen Leitungsphasen.
Methode: In diesem Rahmen wurde eine qualitative Untersuchung angelehnt an den konstruktivistischen Ansatz der Grounded Theory nach Charmaz durchgeführt. Insgesamt wurden 9 leitfadengestützte Interviews mit Führungskräften geführt, transkribiert und mittels offener, fokussierter und axialer Kodierung ausgewertet.
Ergebnisse: Die Analyse zeigt, dass Empowering Leadership insbesondere durch eine wertschätzende Teamkultur sowie strukturelle Unterstützung wie Freistellungen und begleitete Einarbeitung gefördert wird. Hemmend wirken hingegen Personalmangel, teaminterne Spannungen und Rollenkonflikte im Rollenübergang zur Führungskraft.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Empowering Leadership im Pflegealltag nicht isoliert durch individuelles Führungsverhalten entsteht, sondern wesentlich von organisationalen Strukturen und der Teamdynamik geprägt wird. Empowerment gelingt dort, wo Führungskräfte sowohl personell als auch strukturell unterstützt werden.