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05 Business Continuity Management (BCM) als Schlüssel zur resilienten Gesundheitsversorgung – Erfahrungen und Entwicklungen an den tirol kliniken

Sabrina Markl, BScN, MSc ist Projektleiterin für strategische Organisations- und Qualitätsentwicklung bei den tirol kliniken. Sie begleitet komplexe Organisations-, Zertifizierungs- und Transformationsprojekte im Gesundheitswesen und bringt dabei als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin ein tiefgehendes Verständnis klinischer Abläufe und Versorgungsrealitäten ein. Ihre Schwerpunkte umfassen Qualitäts- und Risikomanagement, Business Continuity Management, die Durchführung interner Audits sowie Aufbau und Weiterentwicklung von Qualitätsmanagementsystemen und Lean Clinical Management. Sie studierte Pflegewissenschaft sowie Qualitäts- und Prozessmanagement im Gesundheitswesen und ist zertifizierte interne Auditorin.

Emina Pejkovic Mehmedovic, BSc, MA ist Projektleiterin für strategische Organisations- und Qualitätsentwicklung bei den tirol kliniken. Sie begleitet komplexe Organisations- und Transformationsprojekte im Gesundheitswesen und verbindet strategische Anforderungen mit operativer Umsetzbarkeit an der Schnittstelle zwischen Patientenversorgung, Qualität und Risikomanagement. Ihre Schwerpunkte umfassen strategische Qualitätsentwicklung im Krankenhausumfeld, Risiko- und Business Continuity Management sowie die Integration von Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen (u. a. NIS1/NISG2026). Sie studierte Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus sowie International Health & Social Management und ist zertifizierte Risikomanagerin. 

Nicole Wechselberger, BA, M.Sc. ist Projektleiterin mit Schwerpunkt Risiko- und Prozessmanagement sowie Betriebsorganisationsplanung im Gesundheitswesen bei der E&E Unternehmensberatung und EDV GmbH, einer 100%igen Tochter der tirol kliniken. Sie verantwortet die Konzeption und Umsetzung komplexer Organisations- und Transformationsprojekte in Krankenanstalten an der Schnittstelle von Versorgung, Effizienz und regulatorischen Anforderungen. Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen Risiko- und Business Continuity Management, Notfall- und Krisenmanagement, funktionale Strukturentwicklung von Krankenanstalten sowie die Integration von Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen (u. a. NIS1/NISG2026). Sie studierte Finance & Controlling am MCI Innsbruck sowie Finance, Auditing & Taxation an der Universität Innsbruck und ist zertifizierte Risikomanagerin.

Impulsvortrag auf dem 2. Tiroler Symposium für Qualität im Gesundheitswesen 2026

Die Gewährleistung einer kontinuierlichen, sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung von Patient:innen ist ein zentrales Ziel von Gesundheitseinrichtungen. Die Zielerreichung hängt jedoch mit der Bewältigung komplexer Herausforderungen zusammen. Dazu zählen unter anderem Cyberangriffe, IT-Störungen, Personalengpässe sowie der Ausfall kritischer Infrastrukturen. Zusätzlich führen gesetzliche Anforderungen – insbesondere die Einstufung der tirol kliniken als Betreiber wesentlicher Dienste gemäß NISG und NISV – zu einem erhöhten Handlungsdruck. Um die Versorgungssicherheit auch in Krisensituationen nachhaltig sicherzustellen, ist ein strukturiertes Business Continuity Management (BCM) unerlässlich.

Ziel des Business Continuity Managements (BCM) ist es, die Funktionsfähigkeit einer Organisation auch bei eingeschränktem Betrieb sicherzustellen. Dafür werden zunächst Risiken systematisch analysiert und im Rahmen einer Business Impact Analyse (BIA) die Auswirkungen von Prozessunterbrechungen bewertet. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden Anforderungen an Wiederanlaufzeiten definiert. Daraus lassen sich konkrete Ausfallkonzepte, Notfallstrategien und Maßnahmen zur Wiederherstellung ableiten, die gewährleisten, dass kritische medizinische Prozesse auch bei Störungen fortgeführt oder schnellstmöglich wieder aufgenommen werden können.

An den tirol kliniken wurde das BCM als integraler Bestandteil des organisationsweiten Risikomanagements etabliert, dabei gilt die Strahlentherapie als Best-Practice-Beispiel für die erfolgreiche Implementierung im klinischen Hochrisikobereich.
Die BIA identifizierte dort zentrale Prozessketten, relevante Abhängigkeiten von Netz- und Informationssystemen, medizinisch-technischer Infrastruktur sowie hochspezialisierten Personalressourcen. Auf dieser Grundlage können konkrete Ausfall- und Ersatzabläufe, Ausweichszenarien sowie klare Kommunikationsstrategien und Notfallpläne entwickelt werden. Darüber hinaus werden Notfallübungen vorbereitet, die dazu dienen, weitere Optimierungspotenziale im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses aufzuzeigen.

Der Beitrag macht deutlich, wie das BCM als strategisches Qualitätsinstrument an den tirol kliniken verankert ist und welche Erkenntnisse aus den ersten Implementierungsvorgehen gewonnen wurden. Ebenso wird aufgezeigt, warum resiliente Strukturen ein zentraler Faktor für Patient:innensicherheit und Organisationsstabilität sind.